Villandry Geschichte
Das Schloss von Villandry wurde 1536 als eines der letzten großen Renaissance-Schlösser an der Loire erbaut. Es wurde von Jean Le Breton, dem Finanzminister unter Franz I, auf den Fundamenten einer alten Lehnsfestung errichtet. Hier unterzeichnete der König von England 1189 den Frieden von Colombier.
Jean Le Breton ließ das Schloss im Stil der französischen Renaissance erbauen und legte zudem den ersten großen Garten an. Zwar fehlen dekorative Elemente, durch verschiedene bauliche Tricks gelingt es dennoch, eine Eintönigkeit zu vermeiden.
1705 erwarb der
Marquis de Castellane das Anwesen und ließ die Gärten nach dem Vorbild der
englischen Landschaftsgärten umbauen. Zuguterletzt wurde das Schloss an Joachim
Carvallo verkauft, der die Gärten an die Renaissance-Fassade des Schlosses
anpassen ließ.
Villandry Gärten
Die Gärten von
Villandry sind gleichzeitig der Grund für die Berühmtheit des Schlosses. Sie
sind auf vier Terrassen angelegt und lassen sich in Sonnengarten, Wassergarten,
Ziergarten und Gemüsegarten unterteilen.
Sonnengarten
Der Sonnengarten,
welches der oberste Teil der Gartenanlage ist, ist gleichzeitig der jüngste
Abschnitt. Der Sonnengarten ist wiederum in 3 Bereiche untergliedert. Der erste
Bereich ist um ein sonnenförmiges Wasserbecken angelegt, welches von
Staudenpflanzen eingerahmt wird. Der zweite Bereich wird von dreieckigen
Rosenbüschen und Sträuchern dominiert, während der dritte Bereich mit
Apfelbäumen und Spielgeräten eher die jüngeren Besucher anspricht.
Wassergarten
Unterhalb des
Sonnengartens liegt der Wassergarten, welcher seinen Namen dem 7000m² großen
Wasserbecken zu verdanken hat. Dieser wird von einem Kreuzgang aus Linden
umgeben
Ziergarten
Hinter dem Wassergarten schließt sich die beiden Ziergärten an. Der erste Bereich spiegelt die Symbolik der Liebe wieder, während der zweite Bereich der Musik gewidmet ist.
Gemüsegarten
Der bemerkenswerteste Teil der Gärten befindet sich auf der nächsten Ebene. Hier wurde in neun symmetrischen Quadraten eine Vielzahl verschiedener Obst- und Gemüsesorten angepflanzt. Dieser Teil wird zudem seit 2009 rein biologisch angebaut. Dieser Teil befindet sich vergleichsweise nah am Schloss, damit die Besitzer die zahlreichen importierten Gemüsesorten selbst am Fenster überwachen konnte. Wer die Kartoffel sucht, wird ohne Erfolg bleiben. Diese wurde nämlich erst im 18. Jahrhundert eingeführt und hat deshalb keinen Platz im Gemüsegarten.
Villandry Heute
Für die Pflege der kompletten Anlage sind 9 Gärtner das komplette Jahr angestellt. Neben 9 Hektar Wald und Gärten sorgen sie dafür, dass jährlich rund 115000 Pflänzlinge eingepflanzt und gepflegt werden.
Heutzutage haben die Besitzer aufgrund des Grundwasserspiegels jedoch Probleme mit der Bewässerung. Dieser ist in den letzten Jahrzehnten um mehr als 10 Meter gefallen. Das wiederum hängt mit dem enormen Wasserverbrauch der Fabriken in Tours zusammen.
Zwar kann man auch
das Schloss selber besichtigen, jedoch sind die Gärten in Villandry deutlich
beeindruckender. Bei der geführten WEINRADEL Tour entlang der Loire haben Sie
gut eine Stunde Zeit, sich die beeindruckenden Farben und Formen der Gärten
genauer anzuschauen.